Irland auf dem Kontinent

Würzburg - die irische Stadt auf dem Kontinent

(von Jürgen Gottschalk)

 

Es ist schon erstaunlich, dass eine Stadt, mitten auf dem Kontinent, zu einem Land am Rande Europas nun über 1.300 Jahre andauernde Beziehungen und Verbindungen hat, die trotz schwieriger Zeiten immer wieder neu geknüpft wurden bzw. nie in Vergessenheit geraten sind.

Die folgenden Ausführungen sollen einen Überblick über diese vielfältigen Kontakte geben.

Kardinal Tomás O' Fiaich nannte es einmal die drei Wellen, die den Kontinent von Irland aus überschwemmten. Er unterschied:

1. Die irischen Pioniere 7. bis 8. Jahrhundert

2. Die irischen Scholaren 8. bis 11. Jahrhundert

3. Die irischen Benediktiner 11. bis 16. [bzw. 19.] Jahrhundert

Auch hier hebt sich Würzburg von allen Gegenden des Kontinents ab, alle drei Wellen haben Würzburg erreicht!

Die erste Begegnung mit der Kultur Irlands verdanken wir den irischen Mönchen Kilian, Kolonat und Totnan, der Tradition nach Abt-Bischof, Priester und Diakon, die ab 686 in Franken missionierten. Würzburg war damals ein wichtiger Außenposten des Frankenreiches mit Sitz eines Herzogs, zu dieser Zeit namens Gozbert. Aber schon 689 hat Kilian mit seinen Gefährten in Würzburg den Martertod erlitten. Noch heute ist Kiliani, um ihren Gedenktag 8.Juli herum, das größte kirchliche und weltliche Fest Frankens.

In Irland sind zwei Orte mit dem Namen Kilians verknüpft. Das ist einmal die Gemeinde Mullagh (Co. Cavan), die als sein Geburtsort gilt. Dort soll er im Jahre 640 geboren sein. Das von uns mitinitiierte St. Kilian’s Heritage Centre wurde 1995 von der irischen Staatspräsidentin Mary Robinson und Repräsentanten aus Franken eingeweiht.

Des weiteren ist dies Killmackilloge, Pfarrei Tuosist bei Lauragh (Co. Kerry). Dort soll St. Kilian ein kleines Kloster gegründet haben. Von dort aus habe er mit seinen ursprünglich 12 Gefährten die Grüne Insel verlassen. Beide Orte feiern den 8. Juli als pattern day mit religiösen Veranstaltungen an St. Kilian's Eve.

Die missionarische Tätigkeit der Frankenapostel hat offensichtlich Früchte getragen, denn der fränkische Herzog Hetan II., der Sohn Gozberts, ließ auf dem Burgberg 706 eine der Hl. Maria geweihte Kirche errichten, heute noch namensgebend für Burg und Berg. Es handelt sich um eine Rundkirche, die älteste Steinkirche Deutschlands rechts des Rheins.

Dieser Bau konnte auch vom Angelsachsen St. Willibrord (658-739) beeinflusst worden sein, der 12 Jahre lang in Irland studiert hatte und möglicherweise eine Klostergründung in Franken beabsichtigte, wie seine Besuche in Würzburg 704 und 716 vermuten lassen.

Die christliche Tradition scheint dem Angelsachsen Bonifatius ausreichend gewesen zu sein, um hier 741/742 Würzburg als Sitz einer Diözese auszuwählen. Er ließ seinen Schüler Burkard als ersten Ortsbischof zurück. Dieser bekam von Immina, der Tochter Hetans II. und letzten ihres Stammes, diese erste Kirche Würzburgs als Kathedrale geschenkt. Der Tradition nach wurden (am 8. Juli ?) 752 die Gebeine der Frankenapostel unter dem Pferdestall gefunden, wo sie einst heimlich verscharrt worden waren, in die Burgkirche überführt und somit zur Ehre der Altäre erhoben. Nach dem Bau einer Holzkirche (heute Neumünster mit Kiliansgruft) über der Fundstelle der Reliquien, wurden diese in einer feierlichen Prozession am 8. Juli 788 vom Berg herab durch die Furt zur neuen Aufbewahrungsstätte getragen. Karl der Große war dabei anwesend, bestimmt mit einem Teil seines Hofstaates. Die deutschen Könige waren bis ins hohe Mittelalter "ambulante Gewerbetreibende", ihre Itinerare sind hinlänglich bekannt. Ich nehme fest an, dass im reisenden Hofstaat des Königs auch viele der Iren dabei waren, die Karl bewusst um sich gesammelt hatte. Es sei hierbei nur an die Anekdote erinnert, die uns Notker Balbulus im Kloster St. Gallen von seinem irischen Lehrer Clemens Scottus berichtet!

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die ältere Kilianslegende, die sog. Passio minor, entstanden. Den Autoren vermutet man sowieso in der Nähe der Hofkapelle Karls des Großen, einmal vom Duktus her, zum anderen war er offensichtlich mit der Missionsweise der irischen Pioniere vertraut.

St. Kilian gehörte neben St. Martin zu den Reichsheiligen bis in die Stauferzeit hinein.

 

Die irischen Scholaren hatten nicht mehr das Gelübde zur "peregrinatio in Christi nomine", also zur freiwilligen Verbannung von der geliebten Insel abgelegt, sie hielten Verbindung mit ihrer irischen Heimat. So ist es leicht möglich, dass die Nachricht vom Martyrium und der Erhebung ihrer Landsleute zur Ehre der Altäre über diese nach Irland gelangt ist. Noch vor dem Jahre 800 wird im Martyrologium des Klosters Tallaght (nun im Stadtgebiet Dublins) unter dem 8. Juli das Martyrium der Frankenapostel "auf der Pferderennbahn [sic!] des Königs [sic!] von Franken" eingetragen. Für mich sind die ungewöhnlichen Begriffe "Pferderennbahn" und "König" in diesem Zusammenhang Belege für ein mündliches Weitergeben der Nachricht, waren doch weder Titel und Funktion eines "Herzogs" in Irland bekannt, noch waren Pferdeställe im milden Klima Irlands gebräuchlich.

Die Weitergabe der Nachricht von der Verehrung des Iren Kilian in Würzburg hat ganz offensichtlich irische Pilger auf dem Weg nach Rom oder ins Heilige Land ihren Weg über Würzburg lenken lassen. So sind uns sogar einzelne Namen von berühmten Pilgern bis heute überliefert.

Das christlich-abendländische Wissen vermittelte die Welle der irischen Scholaren vom 8. bis ins 11. Jahrhundert. Erinnert sei hier vor allem an Clemens Scottus (= der Ire!), Leiter der Palastschule Karls des Großen und Lehrer seines Enkels Lothar. Clemens zog sich ca. 830 an das Grab Kilians zurück, um hier seine Studien fortzusetzen und um in der Nähe seines verehrten Landsmannes zu sterben (kurz nach 838). Er vererbte seine Bücher der Dombibliothek, genannt Libri Sancti Kiliani. Auch der gelehrte Incluse Marianus Scottus (ir. Máel Brigte = Knecht der Hl.Brigid, +1082 in Mainz) besuchte mit dem Abt von Fulda gezielt Würzburg, um hier 1059 die Priesterweihe zu empfangen. Ein David Scottus leitete die Domschule (1108/09-1120), zog als Berichterstatter 1111 mit Heinrich V. nach Rom, kehrte später nach Irland zurück und wurde noch Bischof von Bangor im County Down (1120-1128).

 

Irische Pilger auf dem Weg ins Heilige Land und nach Rom machten häufig Station in Würzburg, um das Grab ihrer Landsleute zu besuchen. So wurde 1139 das irische Benediktinerkoster St. Jakob, das sog. Schottenkloster, von Regensburg aus auch als Herberge für sie gegründet. Der erste Abt Makarius, aus der königlichen Familie McCarthy (+1153), wurde neben St. Kilian ein Patron der Stadt. Zu diesem Kloster gehörten in Irland zwei Novizenhäuser, beide auf Gebieten der McCarthys, eines auf dem Rock of Cashel (Co. Tipperary), das andere in Rosscarbery (Co. Cork). Der letzte irische Mönch stirbt in Würzburg 1497. Die irische Tradition wurde im 16. Jahrhundert fortgesetzt von schottischen Benediktinern bis zur Säkularisation 1803. Einige Mönche kehrten nach Schottland und England zurück, einige blieben. Der letzte Schotte starb als Gemeindepfarrer 1839 in Würzburg.

 

Unabhängig von den bereits genannten. drei Wellen war gerade Würzburg das Ziel weiterer Iren.

Stephen White, ein Jesuit und Altertumsforscher, wurde um 1650 Professor an der 1582 wieder begründeten Würzburger Universität.

Die Makarius-Bruderschaft wurde 1730 in Erinnerung an den ersten Abt des irischen Klosters St. Jakob gegründet. Nach ihrem Ende in der Kriegszeit vor 1945 wird sie 1990 an Kiliani wiederbegründet, nun als Ökumenische Gebetsgemeinschaft für den Frieden in Irland.

Oberst Terence von Kavanagh setzte 1761 am Wohnort Kassel seinen letzten Willen zugunsten St. Jakob auf. Das Würzburger Kloster erbte nach seinem Tod 40.000 Gulden!

Nachdem das Bistum Würzburg nach über 1.000 Jahren der Selbständigkeit im Jahre 1814 leider endgültig von Baiern annektiert wurde, profanierten diese auf die übelste Weise viele der schönsten und bedeutungsvollsten Kirchen Frankens. So wurde aus dem segensreichen Kloster St. Jakob ein Militärmagazin, die Kirche wurde profaniert. Die Würzburger waren sehr erbost über den Umgang mit dem Grab ihres zweiten Stadtpatrons. So wurde das Grab des Sel. Makarius 1818 in eine Bürgerkirche, die Marienkapelle am Markt in Würzburg übertragen. Diese Kirche untersteht dem Stadtrat und ist auch heute noch vom Gebäude her im Besitz der Stadt und nicht des Bischofs, geschweige denn staatlicher bairischer Stellen.

Auch das 19.Jahrhundert kann sich sehen lassen.

Der irische Oberst Baron Ô Cahill, u.a. war er in sardinischen Diensten, schrieb hier seit 1797 militärgeschichtliche Werke. So berichtete er über die Revolutionskriege, besonders ausführlich über die Schlacht bei Würzburg (3.9.1796).

Ein Generalmajor Cajetan Graf Butler von Clonebough starb 1827 hier als bairischer Festungskommandant. Aus der gleichen Familie stammt Peter von Butler 1962-1964 Kommandeur der 12. (fränkischen) Panzerdivision mit Sitz in Würzburg.

Dr. Ernst Zander lebte nach einigen englischen Jahren von 1831 - 1834 in Irland, heiratete dort 1833 eine Irin, kannte und schätzte Daniel O‘Connell. Zurück auf dem Kontinent verfasste er auch eine eigene Schrift über die irischen Zustände. Er wurde in Würzburg der Begründer des katholischen Journalismus für Deutschland. Die "Neue Würzburger Zeitung" wurde ab 1837 unter seiner Redaktion zu einem der renommiertesten Blätter Deutschlands. Wegen seiner "wütend preußenfeindlichen Haltung" wurde er 1838 aus der Redaktion gedrängt und übernahm den "Fränkischen Kurier". Auf bairische (!!!) Intervention hin stellte das Blatt 1841 sein Erscheinen ein, Zander blieb jedoch Franken treu.

Die in Limerick geborene Lola Montez, Favoritin des bairischen Königs Ludwig I., wurde bei ihrem Besuch in Würzburg 1847 von der Bevölkerung nicht sehr freundlich aufgenommen und musste vorzeitig abreisen.

Johann Caspar Zeuß, ein oberfränkischer Wissenschaftler, fand unter den Büchern des Clemens Scottus die Paulinischen Briefe (Latein mit altirischen Interlinearglossen), nunmehr in der Universitätsbibliothek. Sie beinhalten nicht nur die ältesten erhaltenen irischen Schriftzeugnisse der Welt, sondern bildeten auch die wesentliche Grundlage seiner genialen Grammatica Celtica (Leipzig 1853). Diese wissenschaftliche Leistung wird ebenbürtig an die Seite der Entzifferung der Hieroglyphen gestellt.

John Millington Synge studierte 1894 Musik (v. a. Klavier), um dann doch Schriftsteller zu werden. Für ihn wird Würzburg der Wendepunkt seines Lebens, es ist ein fast vergessener, aber nicht minder wichtiger Abschnitt im Leben Synges. Sein Traum von der Karriere eines Konzertpianisten endete hier! Während seines Klavierstudiums in Würzburg wurde ihm mehr und mehr schmerzhaft bewußt, daß er niemals sein Lampenfieber bei öffentlichen Auftritten verlieren würde. Er beschäftigte sich mit Walther von der Vogelweide (ca. 1170 - ca. 1230). Dieser berühmte Dichter und Minnesänger des Mittelalters hatte zeitlebens Beziehungen zu Würzburg. Endlich um 1120 erhielt er eine Laienpfründe beim Stift Neumünster. Er starb auch hier und wurde im Grashof des Kreuzganges dieser Stiftung beerdigt. Der echte Würzburger nennt diesen stillen Fleck im Zentrum der Stadt „Lusamgärtchen“ (< irisch "lus" = (Heil-)Kräuter). Dieser Name erinnert an die alte klösterliche Tradition, auch die Heilkunde zu pflegen.

John M. Synge erfuhr von diesem Grab, kaufte ein Buch mit Gedichten seines berühmten Vorgängers und besuchte wiederholt diesen Platz, um in diesem Ambiente die Gedichte zu lesen! Er versuchte auch einige ins Englische zu übersetzen, obwohl diese in Mittelhochdeutsch geschrieben waren. Wir hoffen noch auf die Enthüllung einer Erinnerungstafel an "seinem" Haus. Diese Idee kann jedoch erst verwirklicht werden, wenn wir genügend Sponsoren gefunden haben!

Ein Würzburger Flieger musste in Irland notlanden und war dort bis Kriegsende interniert. Würzburg wurde im 2. Weltkrieg am 16. März 1945 durch Bomben total zerstört. Die Not in der Nachkriegszeit war hier besonders groß. Aber irische Lebensmittelspenden halfen auch in Würzburg den ständigen Hunger zu überwinden. Für einige wenige Würzburger (unter einigen Hunderten aus Deutschland) war der dreijährige Aufenthalt in Irland im Rahmen der Aktion „Save the German Children Society“ eine Möglichkeit der täglichen Not zu entrinnen.

Ein Würzburger war 1952 der Gründungsrektor der Deutschen Schule in Dublin und wählte deshalb den Patron St. Kilian für sie, und das Würzburger Stadtwappen als Abzeichen der Schule.

Bei den Feiern zum 1200-jährigen Gedächtnis der Erhebung der Gebeine der Frankenapostel im gleichen Jahr 1952 besuchten sehr viele irische Kleriker und Wissenschaftler Würzburg.

Von 1955 bis 1973 ist die Universität fast 20 Jahre lang auch ein Ort irischer Studien mit dem "Institut für Keltologie und Irlandkunde". Es ist zu bedauern, dass die o. g. reichen fränkisch-irischen Beziehungen noch nicht wieder einen Platz in der Forschung der Alma Julia gefunden haben.

Pfarrer Adolf Maß hat bei persönlichen Reisen ab 1965 die alten Verbindungen mit Irland wieder aufleben lassen. Auf seine Initiative hin wurden ab 1973 Pilgerreisen aus der Diözese Würzburg nach Irland unternommen, die nach seinem allzu frühen Tod (1975 in Dublin auf der 2. Pilgerfahrt) eingestellt wurden.

Erst das Ehrenmitglied der DIG, Frau Helene Spiegel, knüpfte 1985 die alten Verbindungen wieder an und brachte diese als Gründungsmitglied 1986 in die Deutsch-Irische Gesellschaft ein, so dass sowohl die Diözese ab 1987 wieder ihre Pilgerfahrten aufgenommen hat wie auch die DIG ständigen Kontakt mit der Kiliansgemeinde Mullagh im County Cavan unterhält.

Höhepunkt der würzburgisch-irischen Verbindungen war das Kiliansjahr 1989 zum 1300-jährigen Gedächtnis des Martyriums der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan mit Irischen Wochen (Ausstellungen, Konzerte, Theater, Diavorträge, Filme, Stadtführungen usw., kurz: 84 Veranstaltungen !), Präsentation einer irisch-deutschen Briefmarkenausgabe, Kiliani-Festwoche mit über 350 irischen Pilgern, Pilgerfahrten nach Irland.

Als Geschenk des irischen Volkes wurde von Paul Ryan jr. ein irisches Kreuz aus Wicklow-Granit übergeben, es steht nun vor dem Kilianeum in Würzburg. Sein Vater hatte schon das Kreuz für den Deutschen Kriegsgräberfriedhof in Glencree (Co. Wicklow) gestiftet, wie auch das Gelände - einen aufgelassenen Steinbruch -, der nun als letzte Ruhestätte der deutschen Toten aus zwei Weltkriegen dient.

Eine direkte Nachfahrin und Namensträgerin des 1607 nach Spanien geflohenen legendären Hugh O’Neill, Earl of Tyrone, lebt heute in Würzburg.

Auch einige Partnerschaften zwischen Irland und Deutschland sind in Würzburg beheimatet.

So betreuen engagierte Jugendliche und junge Erwachsene aus katholischen und evangelischen Pfarreien seit 1978 einen Austausch mit dem Knockagh Youth Club von Greenisland. Ebenfalls Kontakte zu einem kirchlichen Jugendzentrum bei Belfast hat die Kolpingsfamilie Würzburg.

Schulpartnerschaften mit irischen Schulen unterhalten seit kürzerer Zeit das Mozart-Gymnasium und das St.-Ursula-Gymnasium.

Die Schulpartnerschaft zwischen der St. Kilian's Community School in Bray (Co. Wicklow) mit dem Matthias-Grünewald-Gymnasium besteht seit 1982. Der rege Austausch hat nun dazu geführt, dass sich Würzburg endlich mit einer Partnerstadt in Irland schmücken darf. Der Stadtrat Würzburg beschloss im November 1998, mit der Stadt Bray und dem County Wicklow eine Partnerschaft einzugehen. Ein lang gehegter und immer vehement vorgetragener Wunsch der DIG ist endlich Wirklichkeit geworden.

Die Handwerkskammer Unterfranken mit Sitz in Würzburg bot in Zusammenarbeit mit FAS in Cork gewerbliche Ausbildungsplätze an. Die ersten zwei Kurse wurden schon bis zur Gesellenprüfung durchgeführt.

Würzburg gehört seit Gründung der Republik Irland zum Wunschprogramm aller Iren von Rang aus Politik und Kirche bei ihren Deutschlandbesuchen. Hervorzuheben sind Ministerpräsident Sean Lemass (1962), Staatspräsident Patrick Hillary (1977) und Tomás Kardinal O‘Fiaich (1952 schon einmal als Student, dann ab 1960 regelmäßig, ab 1977 als Primas von Irland). Die letzte Staatspräsidentin Mary Robinson haben wir in Mullagh 1995 zu ihrem längst überfälligen Deutschland- und somit Würzburgbesuch eingeladen. Leider kam sie nur bis nach Frankfurt zur Buchmesse. Wir hoffen mit der neuen Staatspräsidentin Mary McAleese mehr Glück zu haben, nachdem seit 1977 schon drei Bundespräsidenten in Folge Gäste in Irland gewesen sind.

 

St. Jakob - das irische Kloster in Würzburg

Sog. "Schottenkloster"

Monasterium s(an)cti Jacobi Scotorum extra muros Herbip(olensis)

Kloster zu St. Jakob bei den Schotten

Eine kleine Zeittabelle

1134 (?)

Baubeginn des Klosters, v.a. für irische Pilger auf dem Weg nach Rom bzw. ins Hl. Land als 2. Kloster der irischen Benediktiner in Deutschland

1139

Der erste Abt Makarius (+ 1152) kommt mit zwei Gefährten aus Regensburg

1140

Weihe der Kirche an Kiliani auf das Patrozinium St. Jacobus major, Patron der Pilger

 

1497

Der letzte irische Abt Philipp II. stirbt

 

Deutsche Benediktiner von St. Stephan werden transferiert

1506

Johannes Trithemius wird Abt (+ 1516)

1547

Das Kloster verwaist

23.4.1595

Wieder von Regensburg aus besiedelt, diesmal jedoch mit "echten" Schotten

1803

Säkularisation

1813

Ab diesem Jahr keine Gottesdienste mehr

1818

Überführung des Grabes des Sel. Makarius in die Marienkapelle am Markt

1819

Wieder Gottesdienste, jedoch nur im Chor

1904

Garnisonskirche

16.3.1945

Nahezu totale Zerstörung des gesamten Klosterkomplexes

1951

Jugendheim Don Bosco in den wieder errichteten Klostergebäuden

1954

Barbarische und sinnlose Sprengung des kunstgeschichtlich wichtigen Westwerks

21.10.1956

Neuweihe der Kirche als Don-Bosco-Kirche

1139 - 1956

St. Jakob 817 Jahre

1951 - 2001

Don-Bosco 50 Jahre